Heimkommen zum Nachkochen

Zu behaupten, dass ich ein begnadeter Hobbykoch wäre, ist jetzt doch etwas verwegen. Trotzdem muss ich sagen, dass ich gerne und auch relativ oft kochähnliche Tätigkeiten in der Küche verrichte, die dann doch ein Stückerl weiter gehen, als Spaghetti zu kochen um sie danach in einem Sugo aus dem Glas zu versenken. Meine Knödel werden immer flaumig. Um ein feuriges Gulasch in den Topf zu zaubern, brauche ich keinen zusätzlichen Würfel oder ein Pulver aus dem Sackerl. Gar nicht so selten backe ich auch Brot und mein Schweinsbraten hat immer eine Kruste.

Auf dieser Basis schaue ich mir auch jedes Kochbuch an, das ich in die Finger kriege. Und damit kommen wir jetzt zum Kern der Sache: Emanuel Weyringer (im Bild oben bei der Arbeit) hat ein Kochbuch geschrieben. Klingt im ersten Moment nicht aufregend, weil von ihm schon mehrere Kochbücher erschienen sind. Aber ich rede jetzt von seinem aktuellsten, das so ganz und gar nichts mit den Kochbüchern zu tun hat, wie wir sie von Haubenköchen gewöhnt sind. Mit wunderschönen, fast künstlerischen Bildern aber Rezepten, bei denen jeder normale Haushalt schon an der Zutatenliste scheitert.

„Endlich zu Hause“ nennt Emanuel Weyringer sein neues Kochbuch und schon die Aufmachung lässt erkennen: Das ist kein Buch nur zum Anschauen. Das ist ein Buch, das du beim Nachkochen mit aufgeklapptem Rezept neben dem Herd liegen hast. Und wenn es einen Fettspritzer abbekommt, dann ist das kein Makel, sondern wahrscheinlich sogar im Sinne des Autors.

Auch mein Buch ziert seit dem ersten Einsatz ein großer roter Paradeisfleck. Das kommt von meiner Ungeduld und dem Drang, sofort ein Rezept nachzukochen. Es war die Tomatensoße auf Seite 144, die ich zufällig aufgeschlagen und das Rezept dazu gelesen habe. „Das kann doch nichts werden”, war mein erster Gedanke. Nur Zwiebeln, Tomaten, ein bisserl Öl und einige Gewürze. Nach einer halben Stunde hatte ich die beste Paradeissoße meines Lebens und die Erkenntnis, dass ich garantiert auch bei den weiteren 150 Rezepten auf Emanuel Weyringer vertrauen kann.

Genau das will der Haubenkoch. Das Buch „Endlich zu Hause“ ist ein Standardwerk für die einfache Wohlfühl-Küche mit unkomplizierten Antworten auf die alltägliche Frage: „Und was koche ich heute wieder?“

Das Buch ist im Pustet-Verlag erschienen, kostet 29 Euro und kann unter der ISBN-Nummer 978-3-7025-1172-2 bestellt werden.

Bilder: Rule -5. 2. 2026-

Rupert Lenzenweger