FAHRTWIND
Grob zusammengezimmert zu
Sesseln und Tischen. Das „ers-
te Haus am Platz“ ist das Mu-
sikcafé „La Canapele Rock“
mit Polstermöbel, die allesamt
vom Sperrmüll sein könnten.
Und trotzdem: Die Stimmung
ist ausgelassen, die Leute sind
locker und nett und uns wird,
neben der Kuttelsuppe, eine
weitere Spezialität Rumäniens
serviert: gebackenes Hirn.
Einen tiefen Abstecher ins
Land beschert uns die Fahrt
vom Schwarzen Meer nach
Allgemeines Reisen
Unsere üblichen Vorstel-
lungen von Rumänien sind
falsch. Rumänien ist ein ab-
solut sicheres Reiseland mit
freundlichen und hilfsbe-
reiten Menschen. Weder in
den Städten noch am Land
braucht man um sein Hab
und Gut fürchten. Das Land
ist sauber und die Straßen
sind in einem guten Zu-
stand. Auf den Autobahnen
brauchen PKW eine Vignet-
te, Motorradfahrer nicht. Die
Autobahnen sind neu und
wurden mit EU-Förderungen
errichtet.
Klima und Reisezeit
Rumänien ist ein südländi-
sches Land. Dementspre-
chend auch das Klima, das
mit Kroatien, Serbien oder
Bosnien vergleichbar ist.
Ideale Reisezeiten sind da-
her der Frühling oder Spät-
sommer und Herbst. Wer al-
lerdings die Pässe über die
Karpaten fahren möchte,
sollte bedenken, dass die
von Anfang Oktober bis An-
fang Mai eine Wintersperre
haben. Am Schwarzen Meer
ist naturgemäß in den Som-
merferien am meisten los.
Preise und Geld
Rumänien gehört zwar der
EU an, die Währung ist aber
Lei. Wir waren im Vorjahr
Anfang August unterwegs, da
waren 100 Lei 23 Euro wert.
Der Kurs schwankt ein biss-
chen. Geldwechseln ist bei
Banken und in Hotels (wegen
eventueller Gebühren vorher
fragen) möglich. Auch Ban-
komaten gibt es genug. Von
Wechselstuben wurde uns ab-
geraten. Die Preise in Rumä-
nien sind äußerst günstig. In
den Städten ist alles rund um
ein Drittel billiger als bei uns.
Am Land gibt´s ein Menü mit
Suppe, Hauptspeise und Ge-
tränke schon um sechs Euro.
Am Schwarzen Meer herrscht
unser Preisniveau.
Verkehr
Die Rumänen sind vorsichtige
Fahrer, die sich grundsätzlich
an alle Verkehrsregeln halten.
Motorradfahrern wird bereit-
willig Platz gemacht. Auch bei
Staus. Die Polizei ist sehr prä-
sent auf den Straßen.
Einkaufen, Essen
und Trinken
In den Städten gibt es alles.
Gemüse und Obst wird grund-
sätzlich bei den Ständen am
Straßenrand gekauft. Da
wird vor dem Haus ganz billig
das angeboten, was gerade
im Garten hinter dem Haus
wächst. Dementsprechend
erstklassig ist die Qualität.
Die Kost ist deftig, Polenta
und scharfe Pfefferoni sind
ein ständiger Begleiter. Mici
sind eine Art Cevavcici und
sind das Nationalgericht. Sie
werden praktisch an jeder
Straßenecke angeboten und
können stückweise gekauft
werden. Auch alle Arten von
Innereien werden mit viel
Gemüse angeboten. Das
Ursus-Bier ist gut und kann
mit unseren Bieren durch-
aus mithalten (€ 1,50 die
Halbe!)
Navigation und
Sprache
Alles kein Problem. Die Stra-
ßen sind gut beschildert.
Wir haben die Michelin-
Karte verwendet und uns
mit dem Marco-Polo-Rei-
seführer schlau gemacht.
Außerdem: Fragen Sie Ru-
mänen! Die erzählen gerne
von ihrem Land, wissen die
besten Lokale und vor allem
die jungen Leute sprechen
hervorragend englisch.
Übernachten
Auch problemlos. Internatio-
nale Hotels in allen großen
Städten, einfache Pensio-
nen in allen Städten. Dazu
bieten viele Bauern Unter-
künfte an. Die sind meist
in den vergangenen Jah-
ren statt des Heubodens
entstanden. Sie sind ganz
einfach, aber sauber. Den
zur Begrüßung angebote-
nen „Tuica“ (Zwetschgen-
schnaps) dürfen Sie unten
keinen Umständen abschla-
gen. Das wäre eine echte
Beleidigung.
Bukarest auf der 3er-Straße
entlang der Grenze zu Bulgari-
en. Wir fahren durch Weinber-
ge und Obstgärten, verblühte
Sonnenblumenfelder säumen
Vom fetten Surspeck bis zum Paprikabrotaufstrich.
Auch die kalte
Jause fällt in Rumänien abwechslungsreich aus.
INFOS
Varma Veche am Schwarzen Meer.
Hier treffen sich die Hippies
aus ganz Europa.
In Constanta machen die reichen Rumänen Urlaub.
Erinnert das
nicht ein bisserl an die Hotelburgen in Italien?




