Februar
KURZGESCHICHTE
M
it den Bank-
räubern ist
das ja so
eine Sache.
Grundsätz-
lich denkst dir ja schon, dass
das eher so wilde Typen sein
müssen. Weil eine Bank aus-
rauben ist ja jetzt nichts, was
du täglich machst. Kein Rou-
tinejob, so wie Unterwäsche
verkaufen, zum Beispiel.
Oder ein Auto reparieren oder
meinetwegen auch Kellner
in einem Bierbeisl. Da triffst
stets die gleichen Leute, weißt
was die trinken, wieviel die
trinken und ob sie manchmal
knapp bei Kasse sind. Jeden
Tag halt die gleiche Leier.
Also da ist Bankräuber
schon spannender. Sicherlich,
du kannst jetzt einwerfen, dass
im Grunde jede Bank gleich
ausschaut. Egal ob Raika oder
Sparkasse. Viel Unterschied
ist da wirklich nicht. Da geb´
ich dir schon recht. Anderseits
sage ich dir jetzt: Wennst so
als Astronaut auf der Umlauf-
bahn unterwegs bist und aus
dem Fenster schaust. Auch
immer nur Erde von oben.
Ganz blau, nur hin und wieder
ein paar Wolkerl. Trotzdem
glaube ich nicht, dass Astro-
naut ein Routinejob ist und
dir dabei irgendwann einmal
langweilig wird, die Erde von
oben zu betrachten. Aber im-
mer nur Feinripp-Unterhoserl
verkaufen. Da kommt bald
Langeweile und Routine auf.
Außer das ist wirklich deine
größte Leidenschaft. Aber ich
glaub, dass trifft bei kaum je-
mand zu.
Also ist der Bankräu-
ber wohl eher Astronaut als
G´wandverkäufer. Auch wenn
alle Banken gleich ausschau-
en. Vor dem Überfall bist
nervös. Anders kann ich mir
das gar nicht vorstellen. Und
nachher bist heilfroh, dass es
vorbei ist. Was dazwischen
liegt sind wohl blanke Ner-
ven. Auch wenn sie dick wie
Stahlseile sind.
Jetzt gibt´s aber auch noch
die andere Seite. Also die
hinter dem Schalter. Meist
Frauen, junge, hübsche Din-
ger. Wenn da plötzlich so ein
Bankräuber vor dir steht, ist
das auch nicht ohne. Da bist
nervös, hast Angst und zit-
terst um dein Leben. Weil in
der Regel: Bankräuber haben
Waffen. Nur so können sie
den nötigen Druck verleihen,
wenn sie sagen: „Geld her!“
- Oder so.
Ich kenne ja die Statis-
tik nicht, die zum Ausdruck
bringt, wie oft eine Bank
überfallen wird. Es wird halt
so sein, wie überall. Den einen
trifft´s gleich mehrfach, den
anderen nie. Und damit sind
wir am Beginn der Geschich-
te, die mir kürzlich der Karl
Schrempf erzählt hat. Der war
Polizeipostenkommandant ir-
gendwo im Mondseeland, ist
schon länger in Pension und
hat auch nicht Karl Schrempf
geheißen. Aber du weißt ja
eh: Datenschutz und so. Per-
sönliches Recht auf die eigene
Anonymität. Oder was weiß
ich noch alles. Also noch ein-
mal kurz. Der Karl Schrempf
hieß nicht Karl Schrempf.
Aber Postenkommandant war
der schon, der mir diese Ge-
schichte erzählt hat und wahr
ist die Geschichte auch. Weil
so etwas kannst dir ja gar
nicht ausdenken.
Also horch zu:
Eine Bank im Mondsee-
land hat´s einmal schlimm er-
wischt. Dreimal in einem Jahr
ausgeraubt. Klingt jetzt viel,
ist aber zu wenig, als dass
die Angestellten eine Routine
dafür bekommen hätten. Al-
so jeder Banküberfall etwas
ganz besonderes. Nervosität
pur und nachher bist fertig,
das sag ich dir. Ein freier
Nachmittag reicht da nicht
zur Erholung.
Wieso ich auf Nachmittag
komme?Weil der bisher letzte
Bankräuber ist kurz vor Mit-
tag in die Bank gesprungen.
Schwarzer Rollkragenpulli,
schwarzeHose, schwarzeMo-
torradsturmhaube, schwarzer
Plastiksack, schwarze Pistole,
tiefe Stimme: „Geld oder Le-
ben.“ Oder so.
Der Mann in schwarz
schiebt den schwarzen Sack
unter der Glasscheibe zum
Schalter durch: „Alle Scheine
da hinein. Aber zack, zack,
dalli, dalli, sonst knallt´s“.
Also genau sind diese Worte
jetzt nicht überliefert. Aber in
etwa so dürfte es schon ge-
klungen haben, als der Räu-
ber Beute gefordert hat.
Was sollst da jetzt tut, als
junges hübsches Ding hinter
dem Schalter. Mit den Reizen
spielen? Ein bisserl Bein oder
Busen zeigen? Darauf hast
jetzt als Bankbeamtin in die-
ser Situation gar keine Lust,
auch wennst sonst so alle
Männer schlagartig fast wil-
lenlos machen kannst. Und
ob der Bankräuber in dieser
Situation den weiblichen Rei-
zen erliegt, mag ich jetzt auch
bezweifeln. Weil der will nur
so schnell wie möglich wie-
der weg.
Also taten auch in diesem
Fall alle vier Damen hinter
den Schaltern das, was jeder
vernünftige Mensch in dieser
Situation tun würde. Sie ris-
sen die Arme hoch. Nur die
hinter dem zweiten Schalter
vom Eingang links nicht. Die
musste nämlich den schwar-
zen Sack in Empfang nehmen
und stopfte das ganze Geld
aus ihrer Kasse in den Sack.
Damit war der Räuber noch
nicht zufrieden. Er wollte auch
die Scheine von den Kassen
an den anderen Schaltern. Na
klar hat er die bekommen.
Was dazu führte, dass der
Sack ziemlich voll war, als
ihn die Bankbeamtin wieder
Von Josef R. GHEZZI
SEEKIRCHEN
5000 Euro für´s
Kinderdorf
Kurz vorWeihnachten durf-
ten sich die Kinder des SOS-
Kinderdorfs in Seekirchen
über eine großzügige Spende
des Bauunternehmens Doll
freuen. Bruno, Günther und
Ferdinand Doll überreichten
an Kinderdorfleiter Wolfgang
Arming 5.000 Euro. „Die
wunderbare Idee von Her-
mann Gmeiner zu unterstüt-
zen, ist uns zum Wohle der
Kinder ein großes Anliegen“,
sagt Günther Doll, einer der
Geschäftsführer. Die Firma
Doll unterstützt das Kinder-
dorf Seekirchen seit seiner
Gründung im Jahr 1964.
5.000 Euro für´s Kinderdorf
von der Firma Doll.
Bild: Molih
MUNDFERFING
Bräu wird
Seminarzentrum
Spätestens mit der Eröff-
nung der Umfahrung Mun-
derfing soll auch mit der
Neugestaltung des Ortskerns
begonnen werden. Der Bräu-
wirt gegenüber der Kirche
soll dabei eine zentrale Rolle
spielen und in ein modernes
Seminarzentrum ausgebaut
werden. Ermöglicht wird
dieses Projekt durch das ge-
meinsame Engagement der
Gemeindepolitiker, der Leit-
betriebe KTM und WP und
der Munderfinger Bürger.
Dem Bräuwirt
soll neues Le-
ben eingehaucht werden.




