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unseren Weg ebenso wie lichte

Zedernwälder. Und überall da-

zwischen Imker. Honig scheint

hier ein gutes Geschäft zu sein

und im Gegensatz zu Evelinas

Mann mit seinem Pferdefuhr-

werk sind diese Imker mit rie-

sigen Sattelschleppern unter-

wegs. Hunderte Bienenstöcke

haben darauf Platz undwährend

die Insekten ausschwirren, um

nach Nektar zu suchen, leben

die Imker und ihre Familien in

Wohnwägen doch recht luxuri-

ös mit Satellitenfernsehen und

modernen Verkaufsständen di-

rekt an der Straße.

In Silistra überqueren wir mit

der Fähre die Donau, bleiben

aber weiter auf der 3er Straße,

bis uns Bukarest schon weit

vor der Stadtgrenze so begrüßt,

wie es alle Großstädte tun: mit

nie enden wollenden Staus. Da

erweist es sich als vorteilhaft,

dass die rumänischen Autofah-

rer tolerant sind. Mit den Mo-

torrädern durchschlängeln auf

allen Seiten und allen mögli-

chen und unmöglichen Stellen

ist hier kein Problem. Bereit-

willig wird die dafür notwendi-

gen Zentimeter zur Seite gefah-

ren. Ganz anders als bei uns,

wo dir spätestens nach wenigen

Metern irgendein SUV-Fahrer

böswillig den Weg versperrt.

Und weil an diesem Abend

auch noch Steaua Bukarest ge-

gen Manchester City um die

Qualifikation für die Cham-

pions-League spielte, war das

Chaos bis spät in die Nacht hin-

ein perfekt. Manchester hat üb-

rigens 5:0 gewonnen. Was am

nächstenTag unübersehbar war:

Die englischen Fans nützen je-

den Platz, um sich, drücken wir

es einmal vornehm so aus, von

einer doch recht anstrengenden

Nacht zu erholen.

Das größte Gebäude der Welt

steht in Bukarest. Sagen die

Rumänen. Stimmt nicht. Sagen

die – eh klar – Amerikaner. Tat-

sache ist: Der Präsidentenpalast

in Bukarest hat über 30.000

Räume, ist acht Stockwerke

hoch und zeugt von einem gren-

zenlosen Größenwahn, mit dem

Nicolae Ceausescu das Land bis

1989 regiert hat. 15.000 Häuser

wurden abgerissen und 50.000

Menschen wurden übersiedelt

um Platz für diesen Palast zu

schaffen. Sechs Jahre stand das

Land praktisch still, weil alle

an diesem Bauwerk zu arbeiten

hatten. Fertig ist es noch immer

nicht und eine Baustelle ist es

vor allem auch deshalb noch,

weil sich laufend grobe Bau-

mängel bemerkbar machen.

Trotzdem residiert hier die ru-

mänische Regierung und wer

den Palast besuchen will, muss

strenge Kontrollen über sich

ergehen lassen und seinen Pass

abgeben.

Vor dem Palast wurde eine

breite Allee angelegt. Von hier

aus sollte das Volk den auf

dem riesigen Balkon stehenden

Präsident Ceausescu und seine

Gattin Elena huldigen. Dazu

kam es nicht mehr, nachdem

der Präsident am 21. Dezember

1989 vom Volk gestürzt und

Der Präsidentenpalast von Nicolae Ceausescu

ist mit 30.000 Räumen und insgesamt acht Stockwerken für die Rumänen das größte Ge-

bäude der Welt. Die Amerikaner glauben, dass „ihr“ Pentagon größer ist.

nur vier Tage später vom Mili-

tär erschossen wurde. „Und so

ist Michael Jackson der bisher

einzige Mensch, der von hier

aus zu einer Menschenmasse

gesprochen hat“, erzählt uns

der Führer, ohne den niemand

den Palast betreten darf. Mi-

chael Jacksons legendäre Wor-

te sind überliefert und sorgen

noch immer für Heiterkeit. „I

love Budapest“, hat der Popstar

gesagt. Als er darauf aufmerk-

sam gemacht wurde, dass er

eigentlich in Bukarest ist, soll

er angeblich gefragt haben: Ist

das nicht eh das gleiche? Jaja,

die Amis und ihr angeborenes

Talent für Geografie ...

Nach zwei Tagen in Buka-

rest treffen wir bei unserer

Heimreise noch einmal auf den

grenzenlosen Größenwahn des

Nicolae Ceausescus. Für die

Fahrt in den Norden benützen

wir die Transfargasan. Eine

Passstraße über die Karpaten,

ganz wie die Transalpina, nur

weiter östlich. Ceausecsu ließ

diesen Pass erbauen um damit

König Carol II zu übertrump-

fen, der die Transalpina (1939)

errichten ließ.

Heute ist die 117 Kilometer

lange und im September 1974

eröffnete

Transfogarascher

Hochstraße eine der Touris-

tenattraktionen des Landes.

Wer Rumänien besucht, muss

den Pass befahren und von sei-

nem höchsten Punkt aus einen

Blick hinunter auf die Serpen-

tinenschlange durch das Bâ-

lea-Tal werfen. Wer Glück hat,

hat klare Sicht. Wir hatten kein

Glück und wissen seither auch,

wieso die Rumänen die Trans-

fogarascher Hochstraße auch

als die „Straße in den Wolken“

bezeichnen.

Rupert Lenzenweger

Fahrt durch das Vogelparadies

Donaudelta.

Reisebekanntschaft:

Mit diesem ungewöhnlichen Golf waren jun-

ge Leute aus Dresden zum Heavy Metall-Festival in Rasnov un-

terwegs. Vorher waren sie mit dem Wagen schon in Kasachstan, in

Litauen und an der gesamten spanischen Küste.