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Idyllisch: Fahrt durch das Bundschuhtal. Dabei kann es allerdings schon vorkommen, dass

sich der Motorradfahrer die Straße mit demWeidevieh teilen muss. Aber die Kühe reagieren

auf solche Begegnungen mit ausgesprochener Gelassenheit.

Alle Bilder: Rule

Zwei Attraktionen dieser Region: Die Turachbahn (oben) wird

von den Mitgliedern des „Club 760“ betrieben. Der Hochofen

in Bundschuh (rechts) wurde 1867 angeblasen um Eisenerz zu

schmelzen, das in Kendlbruck und Schönfeld abgebaut wurde.

1903 wurde das Werk stillgelegt und ab 1975 begannen Mitglie-

der des „Vereins zur Erhaltung der Schmelzanlage Bundschuh“

mit der Restaurierung der Anlage.

einer Fahrt mit der Taurachbahn

spekuliert. Die ist ein Teilstück

der Murtalbahn und wird von

den Mitgliedern des Clubs 760

liebevoll betrieben. Dazu passt

auch der Bahnhof Mauterndorf.

Der ist noch vollständig erhal-

ten und erinnert an eine Zeit, in

der es entlang der Bahnstrecken

noch kräftig geraucht und laut

gezischt hat.

A

ber das Wetter hat es

einigermaßen gut ge-

meint mit uns und

machte einen Umstieg von zwei

auf mehr Rändern, von Straße

auf Schiene nicht notwendig. So

aber stand unserem Kurventwist

nichts im Wege. Wir machten

bereits die Anreise mit der Fahrt

über Obertauern (1.664 Me-

ter Höhe) zu einem Teil unse-

rer „Kraxeltour“, die uns noch

über den Katschberg (1.641

Meter Höhe), die Eisentalhöhe

Nockalm (2.042), die Turracher

Höhe (1.795) und den Sölkpass

(1.788) führen sollte. Begleitet

wurden wir dabei immer wie-

der von imposanten Ausblicken

und herrlichen Kurven im Herz

der Alpen.

Einzig die Turracher Höhe

passt da nicht auf Anhieb ins

Bild. Riesige Hotels an den

Berghängen, ein Badesee als

Ortszentrum. „Aber die Tur-

racher Höhe war schon immer

etwas mondäner als die ande-

ren Regionen der Gurktaler Al-

pen“, erklärt uns Peter Gruber.

Freilich, der Aufstieg begann

erst mit dem Fremdenverkehr

im Laufe des 20. Jahrhundert.

Bis zum 17. Jahrhundert war

die Region schwach besiedelt

und wurde erst mit dem Berg-

bau auf der Turacher Höhe zum

Leben erweckt.

F

ür die Heimreise haben

wir uns ein ganz beson-

ders Schmankerl auf-

behalten. Die Fahrt über den

Sölkpass. Der verbindet das

Murtal mit dem Ennstal und

war schon zur Bronzezeit ei-

ne wichtige Verkehrsverbin-

dung. Touristisch erschlossen

wurde die Gegend 1954 mit

der Eröffnung der Panorama-

straße von Schöder im Süden

bis St. Nikolai im Söltal im

Norden. Den Scheitelpunkt

auf 1.788 Meter Höhe mar-

kiert eine kleine Kapelle und

ein riesiges Warnschild, das

Motorradfahrer zu gemäßigter

Geschwindigkeit mahnt. An-

sonsten droht ein Fahrverbot

für Zweiräder. Vor allem wer,

so wie wir, vom Süden her an-

reist, kann über dieses Schild

nur lächeln. Denn die Straße

ist zum Teil in einem derart

desolaten Zustand, dass vor

allem zu zweit ohnedies nicht

schneller als die empfohlenen

70 Stundenkilometer gefahren

werden kann.

W

esentlich flotter geht

es da schon über den

Pötschenpass. Der

ist gut ausgebaut und bringt

uns von der Steiermark nach

Oberösterreich, wo wir un-

seren letzten Aufenthalt kurz

vor Bad Ischl antreten. Wie

oft sind wir schon vorbei ge-

fahren, am technischen Mu-

seum? Und wie oft haben wir

uns vorgenommen, das

Museum zu besuchen

und es dann doch nicht