Burgen für Käfer und Reptilien
Warum sind Käfer für gesunde Lebensräume wichtig und wie kann man sie fördern? Mit diesen Fragen setzten sich Schülerinnen und Schüler der HBLA Ursprung in Elixhausen in einer Praxiswerkstatt auseinander, die sie eigenständig organisierten und umsetzten. Dabei entstanden neue Lebensräume für bedrohte Arten wie den Balkenschröter, einen kleinen Verwandten des Hirschkäfers, die Zauneidechse, verschiedene Wildbienenarten und die Ringelnatter – und zugleich ein Beispiel dafür, wie gemeinsames Engagement neue Lebensräume und Artenvielfalt fördern kann.
Nach einem Impulsvortrag des Entomologen Tobias Seifert vom Haus der Natur Salzburg über Käferökologie und des Ökologen Wolfgang Ressi vom Umweltbüro Klagenfurt über die Bedeutung von Kleinstrukturen für die Artenvielfalt gingen alle gemeinsam ans Werk. In den äußerst produktiven Stunden entstanden eine Käferburg, ein Reptilienhotel und eine Wildblumenwiese mit heimischen Arten. Die Organisation des gesamten Tages lag in den Händen der Schülerinnen und Schüler der Klasse 3LW der auf Landwirtschaft sowie Umwelt- und Ressourcenmanagement spezialisierten Ausbildungsstätte im Salzburger Flachgau. Die Werkstatt stand allen Interessierten offen, ausdrücklich auch den Eltern, denn: „So kann die jüngere Generation der älteren zeigen, wie Artenvielfalt praktisch gefördert werden kann“, so die Organisatoren.
Auch landwirtschaftliche Betriebe zum Mitmachen eingeladen
Landwirtinnen und Landwirte sind die wichtigsten Partner für mehr Artenvielfalt in der Kulturlandschaft. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Käserei WOERLE im Rahmen eines in der Ländlichen Entwicklung von EU, Bund und Ländern geförderten Projektes statt. Unter dem Titel „Vielfalt in der Praxis gemeinsam umsetzen“ wird dieses Projekt vom ÖKL (Österreichisches Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung) koordiniert und umgesetzt. Teilnehmer:innen der Veranstaltung, die am eigenen Betrieb Kleinstrukturen wie Totholzbereiche, Blühflächen oder Reptilienlebensräume anlegen möchten, können im Rahmen des Projekts eine Aufwandsentschädigung erhalten.
Teil eines größeren Engagements
Die Idee zur Praxiswerkstatt entstand in Zusammenarbeit mit dem Nachhaltigkeitsmanagement der Käserei WOERLE und wurde im Unterrichtsfach „Landwirtschaftliche Spezialgebiete“ umgesetzt. Biodiversität ist sowohl in dem Unternehmen als auch an der HBLA Ursprung nachhaltig verankert und wird über dieses Projekt hinaus aktiv gefördert – etwa durch die Anlage von Agroforsthecken und Altgrasstreifen sowie durch die Entfernung invasiver Neophyten am schuleigenen Lehrbetrieb.
