Eine Abend voller Thalgauer Erinnerungen

Mit knapp 350 Besucher war die Aula der Volksschule Thalgau am Donnerstagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. „Ein Abend voller Thalgauer Erinnerungen“ erwies sich dabei als stimmungsvoller und emotionaler Auftakt zum Jubiläumswochenende „50 Jahre Marktgemeinde Thalgau“. Historische Filmaufnahmen, Musik, persönliche Geschichten und ein überraschendes Bühnen-Comeback sorgten für einen Abend, der Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise miteinander verband.

„Es war genau jener Abend, den wir uns erhofft haben – persönlich, emotional und voller echter Begegnungen. Man hat gespürt, wie stark die Verbindung vieler Menschen zu Thalgau und seiner Geschichte bis heute ist“, erklärte Organisator Christoph Iglhauser.

Auch Bürgermeister Johann Grubinger zeigte sich beeindruckt: „Wenn man in eine restlos gefüllte Aula blickt und sieht, wie Menschen gemeinsam lachen, sich erinnern und miteinander ins Gespräch kommen, dann merkt man, wie lebendig Gemeinschaft in Thalgau wirklich ist. Genau solche Abende machen unseren Ort besonders.“

Bewegende Bilder aus dem Jahr 1976

Im Mittelpunkt des Abends standen historische Filmaufnahmen von Toni Mayrhofer und dem Filmclub Thalgau, der in Thalgau bereits seit 55 Jahren einmalige Geschehnisse festhält. Die drei Kurzfilme holten das Jahr der Markterhebung 1976 eindrucksvoll zurück auf die Leinwand – mit Festzügen, Menschen, Emotionen und vielen vertrauten Gesichtern aus dem Ort.

Mayrhofer blickte dabei auch auf mehr als fünf Jahrzehnte Filmgeschichte zurück: „Wir haben über Jahrzehnte hinweg unglaublich viel Material gesammelt und versucht, besondere Momente für die Zukunft festzuhalten. Damals war das Filmen mit Super-8 mit enormem Aufwand verbunden. Umso schöner ist es heute zu sehen, wie viele Menschen sich noch immer für diese Bilder begeistern und darin ein Stück Heimat wiederfinden.“

Neben den Filmen präsentierte Christoph Iglhauser auch sein neues Buch „Geschichten, die bleiben – Aus dem Herzen Thalgaus!“. Das Werk vereint 49 persönliche Geschichten und rückt bewusst die Menschen des Ortes in den Mittelpunkt. „Geschichte entsteht nicht nur bei großen Ereignissen oder Taten – sie entsteht in Begegnungen, Erinnerungen und persönlichen Erfahrungen der Menschen. Genau diese Geschichten wollte ich sichtbar machen. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieses Buches: Dass wir anfangen, wieder mehr zuzuhören. Und wieder mehr zu erzählen. Für uns selbst – und für die, die nach uns kommen“, so Iglhauser. Besonders außergewöhnlich: Ein Kaptiel bleibt im Buch bewusst frei und kann individuell gestaltet werden – damit wird jedes Exemplar zu einem ganz persönlichen Unikat.

Sängerbund feiert 125 Jahre

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte der Sängerbund Thalgau, der im Rahmen des Abends sein 125-jähriges Bestehen musikalisch würdigte. Mit vier Liedern schuf der Chor einen feierlichen und zugleich emotionalen Rahmen für das Jubiläumswochenende. Die Besucher:innen honorierten den Auftritt mit lang anhaltendem Applaus. „Der Sängerbund begleitet Thalgau seit Generationen bei besonderen Momenten – und genau das war auch an diesem Abend spürbar. Musik verbindet Menschen und schafft Erinnerungen, die bleiben. Für uns alle war es ein ganz besonderer Moment“, erklärte Sängerbund-Obmann Herbert Braumiller.

Überraschendes Bühnen-Comeback der „Radauer“

Für die wohl größte Überraschung des Abends sorgte schließlich das einmalige Bühnen-Comeback der „Radauer“. Mit dem Lied „Thalgau ladet dich ein“, das Florian Radauer senior bereits 1976 eigens zur Markterhebung komponiert hatte, wurde der Bogen eindrucksvoll von damals ins Jubiläumsjahr 2026 gespannt.
„Für uns als Familie war das ein sehr schöner und emotionaler Auftritt. Wir hatten unsere gemeinsame Bühnenkarriere nach 40 Jahren eigentlich schon beendet, aber als wir von diesem Abend erfahren haben, war für uns sofort klar, dass wir hier noch einmal auftreten wollen. Und ein passenderes Lied als ‚Thalgau ladet dich ein‘ hätte es wohl nicht geben können. Ein wunderschöner und gelungener Abend und für uns die Möglichkeit noch ein letztes Mal in unserem Heimatort zusammen aufzutreten“, erklärte Florian Radauer senior.

-2. Juni 2026- Bilder: Edith Schimak