Spargel aus Peru muss nicht sein

Spargel aus Peru – muss das sein?

Obwohl Spargel hierzulande noch nicht Saison hat, ist er bereits im Supermarkt erhältlich. Welche Folgen das für Mensch und Umwelt hat, zeigt der Verein Land schafft Leben auf.

In Österreich startet die Spargelsaison zwischen Mitte und Ende April. Doch schon im jetzt findet man im Supermarkt weißen und grünen Spargel. So greifen Konsumenten aufgrund der Verfügbarkeit oft unbewusst schon viele Wochen vor der heimischen Spargelernte zur Importware. Hinter dieser stecken teilweise Arbeitsbedingungen, die mit heimischen nicht vergleichbar sind. Darüber hinaus kann der Anbau in niederschlagsarmen Regionen wie in Teilen Perus die dortige Wasserknappheit verschärfen.

Weltweit betrachtet sind unter anderem Peru und Mexiko große Exporteure von Spargel. Diese Länder können aufgrund milder Temperaturen und billiger Produktionsweisen kostengünstig Spargel kultivieren. In der EU sind Länder wie Deutschland, Spanien oder Italien große Exporteure. Spargel aus Ländern wie diesen findet sich schon Wochen vor der heimischen Saison im Supermarkt – und das oft zu günstigeren Preisen als Spargel aus österreichischer Produktion. Hannes Royer, Gründer des Vereins Land schafft Leben, sagt dazu:

„Importierter Spargel kostet vielleicht weniger, dafür zahlen Mensch und Umwelt bei seiner Produktion drauf. Spargel wird oft in regenarmen Regionen angebaut und dort aufwändig bewässert. Überspitzt gesagt, importieren wir also Wasser in Form von Spargel aus Regionen, die ohnehin nicht viel davon haben. Über die Bedingungen, unter denen die Arbeitskräfte in diesen Ländern arbeiten, wissen wir meistens wenig bis gar nichts. Zahlt es sich da nicht doch aus, noch die paar Wochen abzuwarten, bis der Spargel auch bei uns Saison hat?“

Warum Spargel aus Österreich?

Die Spargelernte muss händisch erfolgen. In Österreich passiert das mit Hilfe von Saisonarbeitskräften unter Einhaltung österreichischer Sozialstandards, wie es sie in anderen Ländern häufig nicht gibt. Mehr als die Hälfte des österreichischen Spargels kommt aus dem Marchfeld. Mit einer Erntemenge von rund 2,5 Tonnen liegt der Selbstversorgungsgrad bei etwa 50 Prozent. Die Saison von Spargel beginnt meist zwischen Mitte und Ende April und dauert bis Ende Juni an. Das Wissen darüber, wann etwas Saison hat, gehe jedoch zunehmend verloren, sagt Hannes Royer: „Obst und Gemüse steht uns heute quasi jederzeit und überall zur Verfügung. Möglich ist das nur, weil es aus den verschiedensten Teilen der Welt importiert wird. Durch diese ständige Verfügbarkeit wissen wir oft gar nicht mehr, wann etwas bei uns Saison hat. Dabei spielt die Saisonalität eine große Rolle, wenn es um einen klimafreundlichen Einkauf geht. Wir können das aber wieder lernen, und zwar indem wir beim Einkauf einfach immer auf das Etikett schauen. Dann wird uns auffallen, wie viel Obst und Gemüse aktuell noch nicht aus Österreich kommt, auch wenn gefühlt schon Frühling ist.“

14. 3. 2024